clever heizen in der kalten Jahreszeit

Michael Thürnau unterstützt die Klimaschutzagentur Hildesheim-Peine gGmbH
10. Februar 2016
Das Haus unter der Wärmebildkamera
1. April 2016

Damit in der kalten Jahreszeit keine unnötige Energie und somit auch Kosten verloren gehen, sollte verstärkt auf die richtige Nutzung von Heizkörpern in Wohnräumen geachtet werden. Welche Faktoren sind in dieser Hinsicht wichtig und sollten eingehalten werden?

Damit eine Heizung auch in der kalten Jahreszeit effizient läuft, müssen ihre Komponenten richtig dimensioniert und auf den Energiebedarf des Hauses abgestimmt sein: vom Heizkessel über die Pumpe bis zur richtigen Voreinstellung der Thermostatventile. Bei vielen Heizungsanlagen ist das allerdings nicht der Fall. Das Ergebnis ist immer dasselbe: Die Heizung verbraucht mehr Energie, als nötig. Typische Anzeichen sind zum Beispiel, wenn es in den Leitungen rauscht oder manche Heizkörper nicht richtig warm werden, andere aber zu heiß sind. Wenn es am Thermostatventil zur Geräuschbildung kommt, könnte dies daran liegen, dass der Heizkörper nicht richtig entlüftet ist, beziehungsweise dass kein hydraulischer Abgleich an der Heizungsanlage vorgenommen wurde. Auch wenn ein Heizkörper heißer wird als ein anderer, ist ist dies kein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass die Regelung falsch eingestellt ist und/ oder kein hydraulischer Abgleich eingestellt wurde. Jedes Grad, das unnötig beheizt wird, bedeutet außerdem einen um sechs Prozent höheren Energieaufwand …

Eine wichtige Rolle im Bezug auf das Raumklima spielt auch das Lüften. Am effektivsten lüftet man, je nach Nutzung des Raumes, mehrmals täglich durch eine kurze intensive Stoßlüftung. Eine Kippstellung des Fensters sollte vermieden werden. Als Faustregel kann man sich merken, lieber kurz und häufig anstatt lange und ausdauernd zu lüften. Zusätzlich dazu sollte vor dem Lüften der Heizungsthermo- stat heruntergeregelt werden. Andere Möglichkeiten, effektiv zu heizen, sind das Herabsenken der Temperatur nachts und in Abwesenheit. Die Absenkung sollte jedoch nicht mehr als fünf Grad zur Tagestemperatur betragen.

Optimal sind grundsätzlich 20 Grad in Schlaf- und Wohnzimmer, Flur und Treppenhaus sollten bei 15 Grad liegen. Der Thermostatkopf des Heizkörpers beziehungsweise der Heizkörper an sich sollte nicht durch Möbelstücke, Gardinen oder Vorhänge verdeckt sein, weil die Wärmeabgabe dadurch behindert wird.

Welche Möglichkeiten letztendlich am besten für cleveres Heizen infrage kommen, sollte individuell vor Ort geklärt werden. Unter anderem sind dafür die Größe des Hauses, die Art des Wärmeverbrauchers und das Platzangebot von Bedeutung. Wichtig ist, dass der Wärmeerzeuger entsprechend des Bedarfs dimensioniert wird, dass alle Komponenten der Heizung aufeinander abgestimmt werden und zudem auf das Gebäude eingestellt sind. Heizkessel oder Therme sollten mindestens einmal jährlich von einem Fachmann überprüft und gewartet werden. Somit werden mögliche Schwachstellen frühzeitig entdeckt und behoben.15